GENERALVERSAMMLUNG 2020

Die GÖCH Generalversammlung 2020

 

Die Generalversammlung 2020 der Gesellschaft Österreichischer Chemiker wurde am 05. November 2020 erstmals online im Programm MS TEAMS abgehalten. Diese Vorgehensweise war aufgrund der von der Bundesregierung verhängten Maßnahmen zur Eindämmung des COVID-19 alternativlos. Die Versammlung fand trotzdem regen Anklang und war erfreulicher Weise gut besucht. Präsident Ernst Gruber eröffnete um 17:03 Uhr mit ein paar einleitenden Worten und begrüßte alle anwesenden Mitglieder. Im Anschluss daran wurde der seit der letzten Generalversammlung verstorbenen Mitglieder gedacht.

Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020

Nachdem es keine Einsprüche gegen die vorliegende Tagesordnung gab, wurde der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020 präsentiert:

 

Gemeinsam mit dem Fachverband der Chemischen Industrie, der Akademie der Wissenschaften, und dem Verband der Chemielehrer Österreichs, wurden 2020 wieder eine Vielzahl an Preisen und Förderungen für herausragende Nachwuchschemiker vergeben: Es wurden 8 hervorragende Abschlussarbeiten (Diplomarbeiten / Dissertationen) prämiert, je 1 überragende Publikation und Habilitation ausgezeichnet, und 8 Preise an Schüler für herausragende Vorwissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich Chemie vergeben. Aufgrund der Außergewöhnlichkeit des Jahrs 2020 wurde dieses Jahr nur 1 Reisestipendium vergeben und die Vergabe der 4 Best Paper Awards sowie des Best Review Awards konnte erst nach der Generalversammlung stattfinden.

 

Die GÖCH Arbeitsgruppen waren trotz Einschränkungen in ihren Fachbereichen weiter aktiv. Zwar mussten einige Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden, es konnten aber auch viele positive Entwicklungen vorgetrieben werden, neue Meilensteine für Veranstaltungen gesetzt werden, und Netzwerke aufrecht erhalten und ausgebaut werden:

Die AG Katalyse und Oberflächenchemie nahm an der Sitzung der International Association of Classification Societies (IACS) teil. Die geplante Konferenzreihe Pannonian International Symposium on Catalysis musste leider auf 2021 verschoben werden.

Die AG Makromolekulare Chemie nahm an der European Polymerchemistry Sitzung teil. Das Austrian Polymer Meeting, das von der AG mitorganisiert wurde, musste auf 2021 verschoben werden.

Die AG Kernresonanzspektroskopie veranstaltete dieses Jahr erstmals das Online Seminar „Hot Topics in NMR Spectroscopy“ und im Sommer wurde wieder die NMR Sommerschule mitorganisiert.

Die AG Chemische Ausbildung organisierte gemeinsam mit dem Verein der ChemielehrerInnen Österreichs (VCÖ) und dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) wieder die Prämierung Vorwissenschaftlicher Arbeiten. Auch in der Plattform Grüne Chemie des Umweltbundesamtes und des Klimaschutzministeriums wurde eine Zusammenarbeiet zum Thema Green Chemistry und Nachhaltigkeit im Bildungssektor gestartet.

Die AG Physikalische Chemie und Elektrochemie musste das geplante Symposium „Physikalische Chemie und Elektrochemie in Österreich“ auf 2021 verschieben, beteiligte sich aber auch an der Bewerbung für das jährlich stattfindende Symposium der International Society of Electrochemistry (ISE) in Graz 2025. Auch eine Bewerbung für das Jahr 2027 ist in Planung.

Von unseren Jungchemikern wurde ein neues, internationales Symposium ins Leben gerufen: der erste GÖCH-Jungchemikergipfel. Die Tagung, bei der auch der Jungchemiker-Nachhaltigkeitspreis verliehen wurde, wurde als erste Online-Tagung der GÖCH veranstaltet. Auch Exkursionen, Workshops, Vorträge und ein PubQuiz wurden 2020 wieder organisiert.

Die AG Lebensmittelchemie, Kosmetik und Gebrauchsgegenstände musste zwar die allseits beliebten Lebensmittelchemikertage, die 2020 zum Thema „Food Chemistry in the Alps Adreatic Region“ stattgefunden hätten, sowie den Kurs „Massspectrometry for Food Analysis“ und auch die Kosmetikschule verschieben, dafür konnte man eine neue Online-Vortragsreihe „Food Chemistry Updated“ organisieren. Auch der Czedic-Eysenberg-Preis wurde trotz nicht stattfindender Lebensmittelchemikertage verliehen.

Von der AG Medizinische Chemie wurde in Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim die Dieter Binder Lectureship in Medicinal Chemistry zum Gedenken an Dieter Binder, einem herausragenden Professor der TU Wien, der leider sehr jung verstorben ist, geschaffen.

Auch die Repräsentanz der GÖCH in fachlich relevanten Plattformen wurde 2020 erweitert:

Zusätzlich zu der 2019 gegründeten Dialog-Plattform Endokrine Stoffe, deren Ziel es ist, allen relevanten Stakeholdern die Möglichkeit zu geben, sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in Österreich und auf EU- Ebene zu informieren, sich auszutauschen und einzelne prioritäre Maßnahmen umzusetzen, ist die GÖCH seit 2020 auch bei der Plattform Grüne Chemie vertreten: Entstanden durch die Zusammenarbeit von Klimaschutzministerium und Umweltbundesamt, ist Sie eine Initiative um das Thema Klimaschutz in Österreich auf allen Ebenen zu etablieren, insbesondere im Bildungssektor. Unter Mitwirkung der GÖCH soll die „Dokumentation und Vernetzung der Ausbildungsaktivitäten zu Green Chemistry and Sustainable Chemistry and Development“ transparent gemacht werden und in Folge unter anderem die Themen Grüne Chemie, Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung in den unterschiedlichen Bildungsstufen implementiert werden.

 

Das Jahr 2020 brachte auch einige Änderungen im Vorstand und der GÖCH Zentrale mit sich. So kam es zur Übernahme der AG Anorganische Chemie durch Michael Reithofer, die AG Biochemie wurde von Matthias Steiger übernommen, Michaela Kröppel leitet nun die AG Geschichte der Chemie und Christoph Rameshan übernahm die AG Katalyse und Oberflächenchemie. Marcello Entner unterstützt als Assistenz der Geschäftsleitung die GÖCH Zentrale.

Unsere GÖCH Webseite wurde weiter ausgebaut, sodass nun die Errichtung von eigenen Veranstaltungsseiten mit online Anmeldung möglich ist. Der GÖCH-Newsletter präsentiert sich nun mit neuem Gesicht und in unserer Mitgliederzeitschrift, den Nachrichten aus der Chemie, wurde die neue Rubrik „GÖCH-Mitglieder stellen sich vor“ geschaffen. Damit soll unseren Mitgliedern eine neue Plattform geboten werden, um sich und die eigenen Tätigkeiten, sei es die eigene Forschung oder das eigene Unternehmen, österreich- und deutschlandweit präsentieren zu können.

Auch unsere wissenschaftlichen Journale der Chemical Publishing Society wurden 2020 final einem großen Re-Branding unterzogen. So wurde unter dem neuen Namen Chemistry Europe unter anderem das Erscheinungsbild vereinheitlicht und auf dem neuesten Stand gebracht sowie das neue Journal „Chemistry Methods“ gestartet

 

Für das Jahr 2021 wurde die Planung der 19. Österreichischen Chemietage gestartet. Unter dem Schwerpunktthema „Green Chemistry for a Sustainable Europe“ darf man vom 21.-23. September 2021 an der TU Wien eine zukunftsweisende Veranstaltung erwarten. Internationaler Partner wird dieses Mal die Slowakische Chemische Gesellschaft sein. Die Leitung der Organisation wird von Peter Gärtner übernommen, der unter anderem von den Arbeitsgruppen Katalyse und Oberflächenchemie, Makromolekulare Chemie, Kernresonanzspektroskopie, Physikalische Chemie und Elektrochemie, den Jungchemikern und der AG Lebensmittelchemie, Kosmetik und Gebrauchsgegenstände unterstützt wird. Erstmals treten die Chemietage auch mit eigenem Logo auf. Infos findet man bald auf der neu gestalteten Webseite www.chemietage.at.

Finanzielles

Im Anschluss an den Tätigkeitsbericht wurde der Jahresrechnungsabschluss 2019, die Vorschaurechnung für 2020 sowie der Budgetvorschlag für 2021 präsentiert:

Der Jahresabschluss 2019 wies aus der Gewinn- und Verlustrechnung ein Ergebnis von rund +13.100 Euro auf. Das Ergebnis ist besser als erwartet und ist dem guten Ergebnis der Chemietage 2019, höherem Sponsoring Seitens des FCIO, diverser außerordentlicher Erträge aus Vorjahren und geringeren Personalkosten zu verdanken.

Rechnungsprüfer Franz Weigang (Agilent Technologies Österreich GmbH) erstattete Bericht über die Rechnungsprüfung vom 13. August 2020 und bestätigte die zweckmäßige und ordnungsgemäße Abwicklung der finanziellen Angelegenheiten. Die stichprobenweise Überprüfung der Konten und Belege ergab eine richtige und vollständige Buchführung und die Übereinstimmung der ausgewiesenen Positionen mit dem vorgelegten Jahresabschluss. Auf Grund der Erläuterungen zu den finanziellen Daten aus 2019 und des Berichtes der Rechnungsprüfer stellte Franz Weigang den Antrag auf Entlastung von Präsidium und Geschäftsführung. Der Antrag wurde einstimmig um 17:28 Uhr angenommen.

Die Erwartungsrechnung 2020 zeigte aus der Gewinn- und Verlustvorschaurechnung ein voraussichtliches Ergebnis von rund +8.900 Euro für 2020. Die Positive Ergebnisentwicklung beruht auf geringeren Ausgaben für Veranstaltungen und geringeren Personalkosten.

Der Budgetvoranschlag 2021 wurde mit einem Ergebnis aus der Gewinn- und Verlustrechnung von rund +6.500 Euro veranschlagt. Die Berechnung ist abhängig von den Chemietagen und basiert auf einem konservativen Budget bedingt durch die noch nicht absehbaren COVID-19 Folgen, auf aktiveren Zweigstellen, und auf Investitionen in die Infrastruktur und der Erneuerung von Werbemitteln.

 

Wahlen

Anschließend fanden die Wahlen des neuen GÖCH-Präsidiums für die Funktionsperiode 2021 bis 2022 statt. Der Wahlvorschlag sah Peter Gärtner als neuen Präsidenten, Ernst Gruber, Manfred Kerschbaumer, Oliver Diwald, Christian Huck, und Tanja Wrodnigg als Vizepräsidenten und Ernst Gruber zusätzlich als Kassenwart vor und wurde einstimmig um 17:34 Uhr angenommen.

Neben dem GÖCH-Präsidium wurden auch die Rechnungsprüfer und der Beisitz im Vorstand für die Funktionsperiode 2021 bis 2022 (wieder)gewählt. Der Wahlvorschlag mit Nicola Hüsing als Beisitzende im Vorstand und Franz Weigang und Egon Erwin Rosenberg als Rechnungsprüfer wurde einstimmig, mit einer Enthaltung durch den anwesenden Herrn Weigang um 17:36 Uhr angenommen.

Zusätzlich wurden anstehende Neuwahlen für diverse Arbeitsgruppen und Zweigstellen angekündigt. Dazu zählen die AG Chemieausbildung, Computational Chemistry, Rheologie und Kolloidforschung, Verfahrenstechnik und Umwelt und Nachhaltigkeit. Bei den Zweigstellen stehen Neuwahlen der ZS Wien, NÖ, Burgenland, der ZS Tirol, Vorarlberg, der ZS Salzburg und der ZS Steiermark an.

Nach der Durchführung der Wahlen wurden die Mitgliedsbeiträge für das Jahr 2021, die gemäß dem Verbraucherpreisindex der Statistik Austria um 1,4 % erhöht vorgeschlagen wurden, um 17:39 Uhr einstimmig beschlossen.

 

Festsitzung

 

Nach der Durchführung der Wahlen wurden die Mitgliedsbeiträge für das Jahr 2021, die gemäß dem Verbraucherpreisindex der Statistik Austria um 1,4 % erhöht vorgeschlagen wurden, um 17:39 Uhr einstimmig beschlossen.

Als Abschluss der Generalversammlung 2020 fand die diesjährige Festsitzung statt. Nach ein paar einleitenden Worten von Christian Huck wurde diese mit der Verleihung der 8 Förderpreise aus der Chemie für Diplomarbeiten und Dissertationen eröffnet. Nach der Verleihung des Wissenschaftspreises und des Habilitationspreises, wurde auch der Czedic-Eysenberg-Preis von AG Leiter Michael Murkovic verliehen.

Neben kurzer Dankesreden der Preisträger und Preisträgerinnen, die sich sogar aus Osaka und Zürich eingeschaltet hatten, nutzte auch Peter Gärtner als neu gewählter Präsident die Gelegenheit, sich für das Vertrauen der Mitglieder zu bedanken. Er dankte auch Herrn Gruber für seine hervorragende Arbeit und verkündete des Weiteren, dass Frau Dalagianis die Geschäftsführung mit Ende des Jahres aus familiären Gründen weitergeben wird. Auch bei ihr bedankte er sich für den außerordentlichen Einsatz um die Modernisierung der GÖCH.

Nach abschließenden Worten von Ernst Gruber wurde die Generalversammlung 2020 um 18:09 Uhr geschlossen.

Wien, am 05. November 2020

 

 

 

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